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Darum leckt der Hund den Halter ab

Verhalten erklärt

Warum lecken Hunde den Halter ab?

Ein Mädchen hält ihren Hund im Arm, der ihr über die Hand leckt
Leckt der Hund beim gemeinsamen Kuscheln über die Hand, darf man dies als eine sehr positive Geste interpretieren. Damit möchte er uns seine Zuneigung zeigen.Foto: iStock/Olena Klymenok

Viele Hundehalter genießen es geradezu, wenn ihnen die nasse Zunge ihres vierbeinigen Gefährten über das Gesicht oder die Hände schleckt. Das muss wahre Liebe sein! Andere wiederum finden das eklig und obendrein unhygienisch. Doch was will unser Hund damit ausdrücken? Verfolgt er einen bestimmten Zweck, wenn er hingebungsvoll unsere Hand oder unser Gesicht ableckt?

Hunde benutzen ihre Zunge zur Nahrungsaufnahme, zur Körperpflege und für die soziale Kommunikation. Dabei lecken unsere Vierbeiner nicht nur uns ab, sondern auch ihre Artgenossen. Dieses Mittel der sogenannten nonverbalen Kommunikation kann verschiedene Bedeutungen haben. PETBOOK erklärt, wie die Tiere über das Lecken kommunizieren und wie man es unterbinden kann, wenn man nicht möchte, dass einem der Hund die Hand ableckt oder quer übers Gesicht schlabbert.

Wie passt Lecken zur Kommunikation von Hunden?

Hunde haben verschiedene Möglichkeiten, um zu kommunizieren. Dabei spielen Lecken und Schnüffeln bei den verschiedenen Strategien eine wichtige Rolle:

Optische Kommunikation

Der Hund vermittelt über seine Körpersprache seinen Stimmungszustand. Dies kann man zum Beispiel an der Haltung des Kopfes, der Ohren oder seines Schwanzes erkennen, aber auch am Blick seiner Augen oder wenn er sich über die Lefzen leckt.

Akustische Kommunikation

Hunde können zwar nicht sprechen, aber kommunizieren durchaus über verschiedene Laute. So können sie unter anderem vermitteln, in welcher Stimmung sie sich befinden. Ein Knurren, Winseln, leises oder lautes, aufgeregtes Bellen oder Heulen können sowohl wir Menschen, als auch ihre Artgenossen meist richtig interpretieren.

Olfaktorische Kommunikation 

Hunde sind „Nasentiere“. Mit ihrem extrem sensiblen Riechorgan erschnuppern sie ihre Umgebung und erhalten so zahlreiche Informationen. Darum bezeichnet man das intensive Beriechen der Umgebung auch als „Zeitung lesen“. Über den Geruch erfahren Hunde etwa, welches Geschlecht der andere Artgenosse hat, ob er jung oder alt ist, oder läufig.

Taktile Kommunikation

Beobachtet man Hunde bei der Kontaktaufnahme, sieht man, dass sie auch oft ihre Zunge, die Schnauze und die Zähne einsetzen. Die Zunge dient dabei nicht nur der Körperpflege, sondern auch zum Beschwichtigen oder um Zuneigung auszudrücken.

Warum leckt mein Hund mein Gesicht oder meine Hand ab?

In erster Linie darf man dies als eine sehr positive Geste interpretieren, die freundlich und höflich gemeint ist. Hunde putzen und lecken einander ab, wenn sie sich umsorgen. Wenn wir in den Genuss einer solchen Wäsche kommen, möchte uns der Hund damit seine Zuneigung zeigen. Manchmal kann es sich dabei aber auch um eine Aufforderung handeln. Zum Beispiel, wenn der Hund etwas möchte: Fressen, ein Leckerli, eine Streicheleinheit oder einfach nur unsere ungeteilte Aufmerksamkeit.

Eine häufige Situation, in der ein Hund diese Geste zeigt, ist, wenn er schwanzwedelnd auf uns zuläuft und als höfliche Begrüßung unsere Hand ableckt. Aber auch wenn er uns beschwichtigen will, weil wir verärgert sind, weil er etwas angestellt hat. Vielleicht liegen wir aber auch gerade entspannt auf dem Sofa und kraulen seine Öhrchen und er erwidert dies, indem er unsere Hand ableckt. So zeigt er uns, dass er sich wohlfühlt und Vertrauen zu uns hat.

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Was bedeutet es, wenn Hunde sich ablecken?

In erster Linie lecken sich Hunde gegenseitig zur Fellpflege ab. Dies tun sie in der Regel aber nur, wenn zum Gegenüber eine soziale Bindung besteht. Fremde Hunde oder Tiere, die sich nur flüchtig kennen, werden eher keine gegenseitige Fellpflege betreiben.

Welpen, junge oder unsichere Hunde lecken das Maul eines anderen Hundes als Zeichen ihrer Unterwerfung ab. Sie wollen das Gegenüber beschwichtigen und drehen sich dabei häufig weg oder ducken sich.

Eine Hundemutter leckt ihre Welpen sofort nach der Geburt ab, um sie zu trocknen und ihren Kreislauf anzuregen. Auch nach dem Säugen werden die Kleinen sorgfältig abgeschleckt und mit der Zunge massiert, um die Darmtätigkeit anzuregen. Die Mutter nimmt so nicht nur den Geruch der Kleinen wahr, sondern festigt damit auch die Mutter-Kind-Beziehung.

Hat der Hund oder ein anderer Artgenosse eine Wunde, wird auch diese abgeleckt, um den Schmutz zu entfernen und die Heilung anzuregen.

Ist es schädlich, wenn einem der Hund übers Gesicht leckt?

Geht es um die Hygiene, malen sich viele aus, was der Hund wohl so auf der Straße ins Maul genommen und im schlimmsten Fall sogar gefressen hat. Dazu kommt, dass Hunde auch die Afterregion mit der Zunge reinigen und so Fäkalbakterien über die Schleimhäute aufnimmt, die beim Menschen Durchfall und Darmentzündungen auslösen können. Die Bedenken sind also durchaus berechtigt. Wenn man vermeiden will, dass der Vierbeiner einem quer übers Gesicht leckt, sollte man seine Liebesbezeugungen umlenken, indem man ihm die Hände anbietet. So stärkt man trotzdem die Bindung und die Hände kann man schnell wieder waschen.

Achtung: Säuglinge sind für Krankheitserreger anfälliger. Sollte der Hund die Füßchen oder Hände aus Begeisterung und Zuneigung abgeschleckt haben, sollte man diese umgehend abwaschen. Hund und Baby sollte man nie allein im Raum lassen.

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Wie gewöhne ich dem Hund ab, über mein Gesicht zu lecken?

Schimpfen und Bestrafen ist hier nicht zielführend und verschlechtert nur die Mensch-Tier-Beziehung. Versucht der Hund, einem übers Gesicht zu lecken, dreht man einfach demonstrativ den Kopf weg und ignoriert das Tier eine Weile (etwa 30 Sekunden). Wiederholt man dies immer wieder, wird der Hund verstehen, dass er weder Aufmerksamkeit noch Leckerlis bekommt, wenn er dies tut. Man kann, wie oben beschrieben, aber auch die Hände zum Belecken „opfern“ und sie danach einfach mit Seife abwaschen.

Fazit: Es ist völlig normal, wenn der Hund einem Menschen über Gesicht oder Hände leckt und keine schlechte Angewohnheit, wie manche denken. Wie weit man die Liebesbezeugungen seines Vierbeiners zulässt, bleibt natürlich jedem selbst überlassen.

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